Konferenztechnik: Verschiedene Beschallungsszenarien und was Sie brauchen, damit jeder gehört wird

Für Konferenzen gibt es im Grunde zwei Modi: Eine Person spricht zu vielen oder viele sprechen miteinander. Die Gemeinsamkeit ist, dass das gesprochene Wort alle Beteiligten erreichen soll. Was Sie dabei beachten sollten, haben wir hier zusammengestellt. Als Händler oder Errichter schauen Sie sich gerne direkt hier um.


Die Mindestanforderungen für eine Konferenz mit Audioverstärkung

  1. Der Eingang: eine Möglichkeit, Ton in ein Soundsystem zu liefern. Für akustische Quellen, etwa Stimmen, ist der Eingang typischerweise ein Mikrofon.

  2. Die Signalverarbeitung: Wie der Name schon sagt: Das Signal, das zum Eingang reinkommt, wird irgendwie verändert. Es gibt zwei Typen: Mischpulte und speziellere Signalprozessoren. Ein Mischpult kombiniert die Signale unterschiedlicher Quellen und verarbeitet zwischen zwei und mehreren Hundert Eingängen. Andere Geräte für die Signalverarbeitung liefern verschiedene hilfreiche Funktionen.

  3. Der Verstärker: Diese Geräte bringen die einzelnen Kanäle zusammen und erhöhen den Pegel. Der Verstärker kann Features bieten, die auch die Signalverarbeitung bietet, und umgekehrt. Punkt 2 und 3 überschneiden sich regelmäßig.

  4. Der Ausgang: Das, was beim Eingang reingeht, soll möglichst klar in die richtigen Ohren kommen. Das ist meist ein Lautsprecher, Kopfhörer oder In-Ear Monitor.


Der Eingang: Welches Mikrofon für Konferenzen?

Versetzen Sie sich selbst in die Lage der Zuhörer: Über welche Art von Mikrofon wären Sie froh? Wir haben bereits einen Artikel über Mikrofone für Konferenzen für Sie geschrieben. Deswegen hier nur ein kurzer Überblick über die wichtigsten Varianten:

Ansteckmikrofone oder Lavaliermikrofone sind vor allem unauffällig. Wenn Sie zum Beispiel eine Produktdemonstration veranstalten, verwenden Sie ein Lavaliermikrofon oder ein Headset. Der Präsentator kann mit einem Modell oder anderen Gegenständen hantieren, ohne viel über das Mikrofon nachzudenken: Der Sprecher hat die Hände frei. Ansteckmikrofone sollten leicht unter der Nackenlinie platziert sein, nicht zu weit weg vom Mund. Hier ist wichtig, dass der Sprecher eher den Körper als den Kopf dreht, wenn er spricht.

Schwanenhalsmikrofone werden benötigt, wenn eine Person das Mikrofon nicht selbst halten kann oder will. Solche Mikrofone können verschiedene Richtcharakteristiken haben, die am häufigsten verwendeten sind jedoch Niere und Superniere. Der Sprechende sollte unmittelbar vor dem Mikrofon sitzen. Der Hals des Schwanenhalsmikrofons ist beweglich, sodass die sprechende Person das Mikrofon so platzieren kann, wie es für sie am bequemsten ist. Die meisten dieser Mikrofone haben eine Tischbasis, es gibt aber auch Ansteckoptionen, etwa um sie an den Kanten eines Tisches zu befestigen.

Kopfbügelmikrofone oder Ohrenbügelmikrofone werden oft auch einfach nur Headset-Mikrofone genannt. Perfekt sind sie für Streamer oder Coaches, aber auch für Konferenzen und Speaker. Das drahtlose Headset-Mikrofonsystem besteht aus einem Headset-Mikrofon, einem drahtlosen Sender und einem Empfänger. Die Konstruktion ist robust, sodass Sie mehr an das denken können, worüber Sie sprechen, und weniger an das Mikrofon.

Das Hauptmerkmal der Grenzflächenmikrofone ist, dass sie entweder auf einer ebenen Fläche aufgestellt oder an einer Wand befestigt werden können, theoretisch sogar an der Decke. Durch die verschiedenen Richtcharakteristiken können Sie wählen, von welchen Seiten der Schall eingefangen werden soll. Der Vorteil ist, dass diese Mikrofone nicht einzelne Stimmen verstärken, sondern die Gesamtqualität des Klangs im Raum erhöhen. Gerade wenn Fragen aus dem Publikum gewünscht werden, sind Grenzflächen-Mikrofone im Raum nützlich.

Und zwar eine Kunst, deren Feinheiten den meisten Menschen unbekannt sind. Deshalb ist es generell gut, Rednern diese Last abzunehmen. Außerdem erlauben Sie so den Rednern, natürlicher zu gestikulieren, und die Barriere zum Publikum ist dadurch nicht so groß.

Ab wann sind Mikrofone überhaupt notwendig?

Eine kleine Gruppe von Personen kann eine Konferenz auch ohne Beschallungstechnik konferieren. Es gibt jedoch Fälle, in denen Sie trotzdem eine Verstärkung gebrauchen können, auch wenn das Publikum nicht sehr zahlreich ist. Die Eigenschaften des Veranstaltungsortes sind dann relevant:

  • Größe des Raums
  • die vorhandenen Möbel
  • Teppiche und Vorhänge
  • die Deckenhöhe

Wenn Sie wissen, dass der Veranstaltungsort akustisch herausfordernd ist, ist es empfehlenswert, die Redner mit Mikrofonen auszustatten. Ein anderer Grund für Mikrofone können mehrere Sprachen per Simultanübersetzung sein. Dann sitzen ein oder mehrere Dolmetscher in Isolierkabinen, hören zu und übersetzen in Echtzeit. Ihr Ton geht an die Zentraleinheit, die dann an Zieleinheiten weiterleitet. Dies geschieht meist über Kopfhörer, nicht über Lautsprecher. Hier ist für kleinere Gruppen, die eine Übersetzung benötigen, ein Tour-Guide-System sinnvoll.

 

Sie sind Händler oder Errichter? Mehr über unsere drahtlosen Konferenzsysteme und Rednerpulte erfahren Sie auf unserer Themenseite Konferenztechnik.

Die Signalverarbeitung: Kleine Helfer, große Wirkung

Signalverarbeitung betrifft Geräte, die dabei helfen, eine Vielzahl von Problemen in der Signalkette zu lösen. Das kann sehr verschieden sein:

  • einfache Klang- und Lautstärkeanpassung
  • Rückkopplungskontrolle 
  • Dynamik-Effekte wie Kompression oder Limiting
  • automatische Mischer (bei Konferenzen eher selten relevant)
  • Echo-Unterdrücker (bei Konferenzen eher selten relevant)
  • zeitbasierte Effekte wie Reverb und Delay (bei Konferenzen eher selten relevant)

Denken Sie daran: Es ist immer besser, Problemen in der Signalkette vorzubeugen, statt sie im Nachhinein zu lösen. Das Wichtigste bleibt die optimale Platzierung der Mikrofone und Lautsprecher.

Die Signalverarbeitung ist normalerweise Teil des Mischvorgangs, bei dem mehrere Geräte in Reihe geschaltet werden können. Die meisten Sprachsysteme haben zwar nur begrenzte Verarbeitungsmöglichkeiten, aber es ist nützlich, die Grundfunktionen der einzelnen Prozessortypen zu kennen. Folgende Funktionen sind für Konferenzen relevant:

  • Ein Equalizer beeinflusst den Frequenzgang des Signals, erhöht den Bassanteil und kann so zum Beispiel Einfluss auf die Sprachverständlichkeit nehmen.
  • Ein Noise Gate kann auf Konferenzen wirklich Wunder bewirken, um unerwünschte Hintergrundgeräusche zu reduzieren. Besonders dann, wenn es sich nicht vermeiden lässt, dass mehrere Mikrofone gleichzeitig aktiv sind. Das funktioniert so: Wenn der Pegel unter einen Schwellenwert fällt, wird das Ausgangssignal abgeschaltet („gated“). Sind also drei Mikrofone offen, aber nur eine Person spricht, hört man bei den beiden anderen Mikrofonen das Rascheln an der Kleidung oder Griffgeräusche nicht.
  • Ein (RMS-)Kompressor reduziert den Dynamikbereich eines Signals, indem er den Lautstärkeunterschied zwischen dem lautesten und dem leisesten Signal verringert. Dies geschieht, indem der Pegel aller Signale oberhalb eines bestimmten benutzerdefinierten Schwellenwerts um einen bestimmten Betrag reduziert wird. Der Betrag der Reduzierung wird als Verhältnis ausgedrückt. Je höher das Verhältnis, desto mehr wird die Lautstärke lauter Signale reduziert. Einige Kompressoren bieten Presets für bestimmte Szenarien. Darauf sollten Sie achten, wenn Sie sich selbst mit Attack, Sustain, Decay und Release nicht im Detail befassen möchten. Faustregel: Längere Attack-Zeiten klingen natürlicher, können aber Signale verpassen, die eigentlich komprimiert werden sollten. Kurze Attack-Zeiten sind dagegen beim Stoppen von lauten Transienten effektiver.
  • Ein Limiter ist nützlich bei der Vermeidung von Verzerrungen und zum Schutz der Komponenten der Beschallungsanlage, insbesondere der Lautsprecher. Er reduziert Signale oberhalb eines bestimmten Schwellenwertes um ein bestimmtes Verhältnis. Ein Limiter ist im Grunde ein Rückwärts-Kompressor und meist das letzte Gerät im Signalweg.

Der Verstärker: Lautstärke und Kanalverbindung

Der ELA-Verstärker bringt mehrere Audioquellen und Eingänge zusammen. Dabei ist die Zahl der Eingänge besonders wichtig: Wie viele Soundquellen müssen Sie zusammenbringen? In ähnlicher Weise hat der Mischer auch eine bestimmte Anzahl von Ausgängen. Viele Verstärker haben zudem Features, die das Beschallungsleben einfacher machen. Nach der Eingangsverarbeitung und dem Mischen geht das Audiosignal zur Ausgangsstufe des Mischers, der die Audiosignale über den Master-Lautstärkeregler an seinen Bestimmungsort ausgibt, meist die Lautsprecher. Viele Systeme benötigen mehrere Ausgänge, wobei der Verstärker die gemischten Signale je nach Bedarf an verschiedene Ziele weitergibt.

PA-812DAP

ELA-Mono-Class-D-Mischverstärker, MP3,…
ELA-Mono-Class-D-Mischverstärker mit integriertem MP3-Spieler, FM-/DAB+-Tuner und Bluetooth 1 x 120 W Class-D-Konzept mit hohem…

PA-6020Z

20-Zonen-ELA-Mono-Mischverstärker
20-Zonen-ELA-Mono-Mischverstärker 1 x 600 W 20 Zonen, einzeln schaltbar 3 Eingänge Mikrofon/Line über Kombibuchsen 2 Eingänge…

Der Ausgang: Lautsprecher(-boxen) oder Tour-Guide-Systeme?

Lautsprecherboxen: Sprechsituation wenige-zu-viele

Auf Konferenzen kommt entweder mobile Beschallung zum Einsatz oder Wand- und Deckenlautsprecher werden verwendet. Die äußerst präzise Schallabstrahlung und der Frequenzumfang machen Tonsäulen wie die ETS-360TW/WS zu einem vielseitig einsetzbaren Lautsprechersystem: bei Vorlesungen, Podiumsdiskussionen, aber auch bei offiziellen Feiern mit musikalischer Untermalung. Die zwei Tieftöner, vier Tiefmitteltöner und der Hochtöner formen ein Klangbild, das auch Stimmen besonders gut transportiert.


Die Komplettlösung: Ein professionelles Rednerpult, für zeitlich begrenzte oder permanente Redestellen

 

Die integrierte Verstärker- und Lautsprechertechnik macht Aktiv-Rednerpulte wie das SPEECH-104D zu Lösungen, mit denen nichts schief gehen kann. Wenn Sie als einzelner zu vielen Sprechen, ist die Lösung für Sprachwiedergabe und Film- und Präsentationsvertonungen eine schnelle Lösung, die nicht unbedingt noch ein großes, flankierendes System braucht. Hier empfiehlt sich dann ein Schwanenhalsmikrofon.


Die Komplettlösung: Ein professionelles Rednerpult, für zeitlich begrenzte oder permanente Redestellen

 

Die integrierte Verstärker- und Lautsprechertechnik macht Aktiv-Rednerpulte wie das SPEECH-104D zu Lösungen, mit denen nichts schief gehen kann. Wenn Sie als einzelner zu vielen Sprechen, ist die Lösung für Sprachwiedergabe und Film- und Präsentationsvertonungen eine schnelle Lösung, die nicht unbedingt noch ein großes, flankierendes System braucht. Hier empfiehlt sich dann ein Schwanenhalsmikrofon.


Tour-Guide-Systeme: Sprechsituation viele-zu-viele

Systeme für die Zwei-Wege-Kommunikation sind sinnvoll, wenn es einen regen Austausch unter den Teilnehmenden geben soll. Systeme wie das ATS-80ST überträgt bis zu 42 unterschiedliche Kanäle parallel. Über den entsprechenden Sender wird ein Mikrofon angeschlossen, jeder Zuhörende bekommt einen Empfänger. Für eine Viele-zu-Viele Situation lohnt sich auch das Konferenzsystem mit einzelnen Tischmikrofonen von JTS.

Was tun bei Feedbacks?

Erste Hilfe bei Rückkopplungen: Den (Master-)Gain absenken, damit das nervige Geräusch aufhört. So weit, so leicht. Feedbacks entstehen oft durch ein suboptimal platziertes Mikrofon oder falsch positionierte Lautsprecher. Guter Klang ohne Feedback bedeutet letztlich immer, das richtige Maß der nötigen akustischen Verstärkung im Raums möglichst genau zu treffen. Zu viel Pegel auf der Beschallungsanlage ist nicht gut, trotzdem soll jede Person im Raum das beste Klangergebnis haben. Hier einige schnelle Tipps:

  • Reduzieren Sie die Anzahl der offenen Mikrofone. Das reduziert sofort auch die Anzahl der möglichen Störgeräusche.
  • Nutzen Sie gerichtete Mikrofone, also Nieren und Supernieren. Das gilt auch für Lautsprecher: möglichst präzise gerichtet.
  • Wenn möglich, stellen Sie die Lautsprecher näher an das Publikum.
  • Stellen Sie die Mikrofone näher an die Soundquellen (meistens die Sprecher) heran. Oder andersherum: Die Sprecher sollten so nah es geht am Mikrofon sitzen.
  • Positionieren Sie die Mikrofone so, dass die gewünschte Schallquelle auf der Achse liegt, wobei der Nullpunkt der Richtcharakteristik verwendet wird, um unerwünschte Geräusche auszuschließen.
  • Verwenden Sie eine Rückkopplung-Reduzierstufe (Feedback-Controller) wie in diesem Beispiel, die automatisch die störende Rückkopplungsfrequenz mit minimaler Auswirkung auf den Restpegel heraus mischt.

Wir freuen uns, wenn wir Ihren Projektalltag als Errichter und Fachplaner erleichtern können. Deswegen sind wir hier Lösungsanbieter, statt nur Händler: Ihr Projekt ist unser Projekt.

 

Headergraphik: AdobeStock Seventyfour

Lust auf mehr Audio-Know-how? Lesen Sie hier weiter:

MONACOR INTERNATIONAL steht für Qualität und optimale Anpassung an unsere Zielgruppen. Was genau unsere Produktmarken für Sie bereit halten, sehen Sie auf der jeweiligen Markenseite.
Kontakt