Kölner Studie: Eingebaute Sicherheitsmaßnahmen verhindern 98,95 % aller Einbrüche

7 Fakten für mehr Sicherheitstechnik, die Errichter, Planer und Interessierte kennen sollten


Die „Kölner Studie“ des Polizeipräsidiums Köln ist inzwischen deutschlandweit bekannt. Sie bietet seit 1989 wertvolle Einblicke in die Vorgehensweise von Wohnungseinbrechern. Die Daten für die Kölner Studie basieren nicht auf Umfragen, sondern auf umfangreichen Checklisten, die von den ermittelnden Beamten direkt am Tatort geführt werden.

2017 erschien die 8. Auflage der Kölner Studie. Basis sind diesmal 85 % der 3164 im Jahr 2017 angezeigten Einbrüche in Köln. Wir finden, die Kölner Studie ist nicht nur für Versicherer und Wohneigentümer interessant, sondern für alle Fachplaner, Errichter und Interessierten im Bereich der Sicherheitstechnik. Denn sie gibt neben aufschlussreichen Einblicken vor allem handfeste Argumente für mehr Sicherheitstechnik.


Wieso ist die Kölner Studie für Errichter und Fachplaner im Bereich Sicherheitstechnik relevant?

Errichter und Planer im Bereich der Sicherheitstechnik treffen immer wieder auf Skepsis. Wenn potenzielle Kunden selbst oder im Verwandten- oder Bekanntenkreis noch keinen Einbruch erlebt haben, wirkt die Gefahr eines Einbruchs fremd. Zum Beratungs- und Messealltag gehören Sätze wie „Sind Alarmmeldeanlagen und Videoüberwachung nicht eine Maßnahme für Reiche?“ oder „Bei mir gibt’s nichts zu holen, wer bricht denn in eine Mietwohnung ein?“. Die Antwort auf die letzte Frage findet sich zum Beispiel in der Kölner Studie: 66,2 % aller Einbrüche in Wohnimmobilien betreffen Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Nur 33,8 % betreffen Einfamilienhäuser.

Und für die Sicherheitsbranche ist noch wichtiger:

Die Kölner Studie zeigt Schwachstellen an Ein- und Mehrfamilienhäusern auf. Sie hält fest, wie, wann und wo Einbrecher zuschlagen.

Die Polizei kommt in der Studie zu einer eindeutigen Empfehlung: Der Einbau von mechanischen und elektronischen Sicherungsvorkehrungen muss mehr in den Fokus des Einbruchschutzes rücken. Das finden wir auch – und deswegen haben wir sieben Argumente für mehr elektronischen Einbruchschutz aus der Kölner Studie mitgebracht.

1. Gelegenheit macht (nachweislich) Diebe

Die Kölner Studie beweist das alte Sprichwort ganz offiziell. Das schreibt die Kölner Polizei in der Studie natürlich etwas bürokratischer. Da heißt es: Tatgelegenheitsstrukturen sind ein wichtiger Faktor für die Einbruchgefahr. Einbrecher schlagen vermehrt zu, wenn günstige Tatgelegenheitsstrukturen vorliegen. Für den Bewohner bedeutet das, er ist besonders von Einbrechern bedroht, wenn folgende Punkte zutreffen:

  • Sie haben Ihre Wohnung im Erdgeschoss oder Hochparterre.
  • Sie wohnen in einer besonders anonymen Nachbarschaft. Gerade in Gegenden, in denen viele Menschen relativ anonym leben, gibt es keine „soziale Kontrolle“. Menschen, die unerlaubt Wohnbereiche betreten, fallen nicht auf. Das wissen auch Einbrecher.
  • Der Eingangsbereich des Hauses oder der Wohnung ist schwer einsehbar oder schlecht beleuchtet.
  • Es gibt unveränderliche „Einstiegshilfen“, etwa ein Mülltonnenhäuschen unter dem Erdgeschossfenster.

Sind diese Tatgelegenheitsstrukturen vorhanden, ist zusätzliche Sicherheitstechnik besonders ratsam.

2. Bei Einfamilienhäusern kommen Einbrecher meist über Garten und Hausrückseite

Bei Einfamilienhäusern ist der Garten auf der Rückseite des Hauses für Einbrecher eine wahre Einladung. Die Gründe: Der Garten ist fast immer schwer einsehbar, oft genug ist nur die Vordertür geschützt. Während die Tür an der Hausvorderseite modern und robust ist, machen sich viele Hausbesitzer wenig Gedanken über die rückwärtige Terrassentür. Garten und Hausrückseite wurden von Einbrechern im Zeitraum der Studie zu ca. 60 % genutzt. Hier schreckt schon ein Bewegungsmelder mit ein wenig Licht ab. Alternativ ist eine Videoüberwachung des Gartens sinnvoll – dann versuchen die meisten Eindringlinge gar nicht erst ihr Glück.

3. Fenstertüren sind die größte Schwachstelle bei Einfamilienhäusern

Einbrecher kommen bei Einfamilienhäusern nicht über das klassische Fenster oder die Haustür, sondern über Fenstertüren, etwa an Terrassen und Balkonen. Genau genommen sind es in der Kölner Studie 49,79 % aller Fälle, gefolgt von 27,37 % über Fenster. Tests zeigen, dass Einbrecher die meisten Fenstertüren und Fenster ohne entsprechenden mechanischen Einbruchschutz innerhalb weniger Sekunden überwinden. Insgesamt sind Fenster- und Fenstertüren damit für ca. 77 % der Einbrecher der bevorzugte Weg.

Das ist ein guter Grund, entweder bereits beim Bau eine Alarmanlage zu planen. Es ist heute aber auch einfach eine Alarmanlage am Haus nachzurüsten.

Fenstertüren und Fenster können Sie günstig mit Funk-Sendern ausstatten.

4. Bei Mehrfamilienhäusern kommen die Täter durch den vorderen Hauseingang und das Treppenhaus

Die Kölner Studie 2017 zeigt, dass Täter bei Mehrfamilienhäusern am häufigsten den direkten Zugang über die Wohnungsabschlusstür wählen. Deswegen sollte die Wohnungsabschlusstür bei Mehrfamilienhäusern besonders sicher sein. Sie ist für Einbrecher in 52 % der Fälle der Zugang zur Wohnung. Allerdings: Auch in Mehrfamilienhäusern kommen Einbrecher zu immerhin 30 % über Fenstertüren. Ein gutes Argument, beides mit Alarmmeldern zu schützen.

5. Mehr als die Hälfte der Einbrecher kann ungestört einbrechen

51,95 % der Einbrecher konnten die privaten Räumlichkeiten einer Wohnung ohne Störung betreten. Das ist für viele Einbruchsopfer besonders traumatisch. Die eigene Wohnfläche ist für alle Menschen ein sehr privater und persönlicher Rückzugsort, der dann plötzlich nicht mehr sicher ist. Das subjektive Sicherheitsgefühl ist empfindlich gestört.

Unsicherheitsgefühl und psychische Belastung wiegen oft schwerer als Sachschaden oder Diebstahl.

6. Eingebaute Sicherheitstechnik verhindert 98,95 % aller Einbrüche

Mit anderen Worten: Nur in 17 Fällen (1,05 %) war der Einbrecher erfolgreich, wenn  Sicherheitstechnik verbaut war. Eine tolle Zahl, die beweist, dass sich neben einer mechanischen Einbruchssicherung auch Alarmanlagen und Videoüberwachung lohnen. Weil schlicht effektiv sind, den Einbrecher unterbrechen und zur Flucht zwingen. Eine funktionierende Alarmmeldeanlage ist für viele Einbrecher noch immer unerwartet und ein Grund, den Einbruchsversuch abzubrechen.

7. Es gab so wenige Einbrüche wie seit vielen Jahren nicht mehr

Der recht starke Rückgang der Einbruchsdelikte ist natürlich die beste Nachricht aus der Kölner Studie. Immer mehr Wohneigentümer nutzen elektronische Alarmtechnik und schrecken so Einbrecher direkt ab.

Fest steht: Jedes Objekt muss individuell abgesichert sein. Dafür ist eine Beratung durch zertifizierte Errichter unverzichtbar. Und auch die Umsetzung durch und mit einem professionellen Errichter empfehlen wir. Noch immer greifen viele Nutzer auf DIY-Geräte zurück – meist aus Kostengründen. Das sei kein guter Trend, so Wolfgang Hofmann im Interview zum Tag des Einbruchschutzes.

 

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