Hintergrundmusik im Einzelhandel und für Verkaufsflächen

So wirkt Beschallung mit Hintergrundmusik in Ladengeschäften absatzfördernd


 

Musik beeinflusst uns. Ganz offensichtlich, wenn wir einen Gute-Laune-Song hören und sich unsere Stimmung sofort hebt. Und unbewusst auch. Denn wir wippen mit dem Fuß, wenn wir einen eingängigen Rhythmus hören – manchmal sogar dann, wenn wir den Song selbst gar nicht gut finden. In ELA-Projekten für den Einzelhandel müssen wir allerdings immer wieder darauf hinweisen: Einzelhändler sollten Musik im Ladengeschäft mit einem klaren Ziel einsetzen. Oft dudelt ein Radiosender im Hintergrund oder die Lieblingsmusik der Eigentümer läuft. So richtig Gedanken hat sich aber dazu meist niemand gemacht. Worauf Sie als Errichter oder Planer bei der Beschallung für Ladengeschäfte achten sollten, weiß Michael Krebbing aus unserem Technischen Projektmanagement.


Das Tempo der Hintergrundmusik im Einzelhandel beeinflusst das Verhalten der Kundschaft

Hier gilt eine einfache Faustregel: Schnelle Musik animiert Kunden dazu, sich schneller durch das Ladengeschäft zu bewegen.

Langsame, angenehme Musik wirkt entspannend und beruhigend auf Kunden und lässt sie länger im Ladengeschäft verweilen.

Und in der Regel möchte der Einzelhandel genau das: Kunden im Ladengeschäft behalten. Denn Kunden, die mehr Zeit im Ladengeschäft verbringen, kaufen mehr. Diese Effekte sind in zahlreichen Studien nachgewiesen. Die gezielte Nutzung von Beschallung im Einzelhandel gehört zum sogenannten „Sensorischen Marketing“.

Musik im Einzelhandel muss das Konzept des Ladengeschäfts unterstützen

Experten sagen: Musik im Ladengeschäft schärft das Profil der Marke. Viele Einzelhändler unterschätzen den Effekt, den Musik auf ihre Kunden hat. Dabei ist Musik oft das Allererste, was die Kunden im Ladengeschäft wahrnehmen. Die Musik löst den Trubel der Fußgängerzone oder den Lärm der Straße ab. Sie nimmt den Kunden in Empfang. Deswegen ist die Hintergrundmusik im besten Fall ein fester Baustein im übergeordneten Ladenkonzept. Das bestmögliche Ergebnis, das Musik im Einzelhandel erreichen kann, ist ihre positive Verknüpfung mit der Marke des Einzelhändlers. Feinkostläden können dabei eine Atmosphäre aufbauen, die an Spezialitäten-Restaurants für Feinschmecker und Gourmets erinnert.

 

Hohe Lautstärke ist ein No-Go

Die Lautstärke im Ladengeschäft wird in Dezibel gemessen. 64 Dezibel (dB) sind das absolute Maximum für Hintergrundmusik im Einzelhandel. Denn bei Überschreiten eines gewissen Grenzwertes kann die Musik noch so gut ausgewählt sein – der Kunde empfindet die Lautstärke als anstrengend. Zur Orientierung: 40 dB sind eine leise Hintergrundbeschallung und 64 Dezibel ein lautes Gespräch.


Aufenthaltsqualität wird auch im Handel immer wichtiger

Gerade für Ladengeschäfte von Weinhändlern und Kaffee-Spezialisten oder für Feinkostgeschäfte im Allgemeinen ist eine hochwertige Hintergrundbeschallung unverzichtbar. Vor allem, wenn auch Tastings oder andere kulinarische Events zum Angebot gehören. Überhaupt erwarten Kunden heute, dass sich das Shopping zum Erlebnis weiterentwickelt. Eventshopping ist die Zukunft und vielleicht der einzige Weg, wie sich Ladengeschäfte effektiv vom Online-Versandhandel abheben können.

Für ein positives „Shopping-Erlebnis“ ist die musikalische Untermalung genauso wichtig wie das In- und Exterieur des Ladengeschäftes.

Es hängt vom Produkt ab, welche Musik den Absatz ankurbelt

Monika Imschloß gehört zu den renommiertesten Expertinnen für sensorisches Marketing. Sie hat zum Beispiel herausgefunden, dass entspannende Musik die Stoffe in Bekleidungsgeschäften und Boutiquen weicher wirken lässt. Oder zurück zum Fallbeispiel Feinkostladen: Ihre Studien zeigen, dass länderspezifische Musik den Verkauf von regionalen Produkten fördert. Hat der Kunde die Auswahl aus spanischen und französischen Weinen, kauft er den Letzteren, wenn er dazu Hintergrundmusik aus Frankreich hört – das lässt sich auf den ganzen Lebensmitteleinzelhandel übertragen.

Klassische Musik wiederum erhöht die Bereitschaft, hochpreisige Produkte zu kaufen.

Die Forschung von Monika Imschloß ist deswegen für Fachplaner und beratende Errichter relevant. Denn wer im Bereich des sensorischen Marketings zumindest grundlegend beraten kann, hat den Wettbewerbern etwas voraus und beweist, wie wichtig ganz allgemein Hintergrundmusik im Einzelhandel – und in Ladengeschäften überhaupt – ist.


 

Achtung: Es geht nicht um den Musikgeschmack

Forscher haben durch lange Testreihen auch herausgefunden: Dass die Musik zum Ladengeschäft passt, ist wichtiger als der Geschmack der Kunden. Anders ausgedrückt: Auch ein Rock-Fan wäre irritiert, wenn Rockmusik im gehobenen Weinhandel liefe. Denn der Kunde kann keinen Bezug von Musik und Marke (also dem Ladengeschäft) herstellen, auch wenn er die Musik in einem anderen Kontext gut findet. Eine passende Musikauswahl unterstützt das Ladenkonzept. Jemand, der keine Rockmusik hört, freut sich über solche Musik in einem alternativen Barber-Shop vielleicht trotzdem, weil das Konzept dann stimmig ist. Visuelle und auditive Eindrücke sind dann widerspruchsfrei, der Kunde fühlt sich bestätigt.

Mehrere Beschallungszonen für größere Ladengeschäfte

Musik für Einzelhändler im eigenen Ladengeschäft – das kann auch bedeuten, dass in verschiedenen Zonen unterschiedliche Musik ins Konzept passt. Vielleicht ist das Ladengeschäft in einen Lounge-Bereich für Kostproben und einen Verkaufsbereich unterteilt? Oder gibt es Feinkost aus verschiedenen kulturellen Regionen? Solche Projekte erfordern einen Verstärker, der mehrere Zonen unterschiedlich per 100-Volt-Technik beschallen kann. Ein Beispiel ist dieser Zonen-Matrixverstärker.


Hohe Decken im Ladengeschäft?

Wenn das Ladengeschäft in einem Altbau oder in einer umfunktionierten Fabrikhalle ist, müssen Sie das bei der Beschallung im Einzelhandel bedenken. Deckeneinbaulautsprecher funktionieren hier nicht gut, weil der Schall zu breit abstrahlt und die Distanz zum Hörer zu groß ist. Gut geplante Wandlautsprecher können eine Option sein, wenn es die Wände des Ladengeschäftes zulassen. Wandlautsprecher stoßen an ihre Grenzen, wo die Wände sehr weit auseinander stehen: etwa in Ladengeschäften, die in alte Industriebauten eingezogen sind. Ist das Ladengeschäft also sowohl in der Höhe als auch in der Grundfläche sehr weitläufig, sind Pendellautsprecher eine gute Option.

Wir hoffen, Sie konnten ein paar Inspirationen für zukünftige Projekte mitnehmen. Sie planen Beschallungsanlagen für Händler und Ladenbesitzer? Dann schauen Sie doch einmal in unserem Audio Solution Guide vorbei oder stöbern Sie durch die ELA-Themen in unserem Magazin.

Bildquelle Headergrafik: © THINK b – stock.adobe.com

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