Fehlalarm, schon wieder?

7 Gründe für einen Falsch- oder Fehlalarm bei Alarmmeldern – und wie Sie sie vermeiden


Immer wieder kommt es in der Alarmmelde-Technik zu Falsch- und Fehlalarmen – und der betroffene Eigentümer denkt zunächst meist an einen defekten Melder. Aber: Falsch- und Fehlalarme sind bei heutigem Stand der Technik unnötig, sagt Harald Buchholz, unser Experte für Sicherheitstechnik. Der Grund für einen unerwünschten Alarm ist fast nie die Technik selbst. Stattdessen sind viele Alarmmelder ungeschickt platziert oder ausgewählt. Harald Buchholz erklärt in diesem Artikel den Unterschied zwischen einem Falsch- und einem Fehlalarm und wie Sie beides vermeiden.


Die sieben häufigsten Gründe für unerwünschte Alarme auf einen Blick:

Fehlalarm vs. Falschalarm

Das Wort „Falschalarm“ kommt in der Praxis selten vor. Aber wenn Kunden nach der Ursache für einen Fehlalarm fragen, meinen sie fast immer einen Falschalarm. Der Unterschied ist:

  • Ein Fehlalarm ist auf technisches Versagen zurückzuführen. Ein Grund für einen Fehlalarm ist zum Beispiel ein defekter Melder bei einer Alarmmeldeanlage. Bei professioneller Alarmtechnik, die ein zertifizierter Errichter montiert hat, ist ein Fehlalarm sehr selten. In der Praxis kommt ein Fehlalarm fast nur vor, wenn ein Nutzer einen Melder selbst verbaut und damit beschädigt hat.
  • Ein Falschalarm ist ein unerwünschter, nicht sicherheitsrelevanter Alarm – zum Beispiel ausgelöst durch eine Bewegung oder ein offenes Fenster. Der Alarmmelder funktioniert einwandfrei, löst aber bei einem ungewollten Vorfall aus. Die meisten Falschalarme sind auf schlecht geplante Bewegungsmelder  zurückzuführen. Leider kommen diese Falschalarme häufig vor, vor allem bei großen Gebäuden, in denen kein Fachplaner für Sicherheitstechnik hinzugezogen wurde.

Die 7 häufigsten Gründe für einen Falschalarm

Eine richtig geplante und professionell verbaute Alarmanlage löst fast nie einen Falsch- oder Fehlalarm aus. Wenn es zu einem Falschalarm kommt, hat das meist einen von sieben häufigen Gründen.

1. Infrarot-Bewegungsmelder, die auf ein Fenster gerichtet sind

Manchmal werden Infrarot-Bewegungsmelder auf ein Fenster gerichtet. Der Melder soll dann Alarm schlagen, wenn sich vor dem Fenster etwas bewegt. Aber so funktioniert ein Bewegungsmelder nicht.

Für einen Infrarot-Bewegungsmelder endet der Raum an der Fensterscheibe.

Infrarot-Bewegungsmelder melden Temperaturunterschiede, die sich durch den Raum bewegen. Ein Mensch ist wärmer als seine Umgebung. Wenn er sich durch den Raum bewegt, wäre er also ein laufender Temperaturunterschied – und damit ein Alarmgrund. Ein Bewegungsmelder, der auf ein Fenster schaut, meldet die Temperaturveränderung an der Fensterscheibe – sonst nichts. Denn an Fenstern läuft meist kalte Luft an der Fensterscheibe herunter. Die löst den Bewegungsmelder aus.

 

Lösung: Um Falschalarme zu vermeiden, sollte ein Bewegungsmelder nie direkt auf ein Fenster zeigen. Am besten sollten Fenster im Rücken des Bewegungsmelders sein. So löst der Bewegungsmelder aus, wenn jemand durch das Fenster kommt, produziert aber keine Falschalarme durch Kaltluft am Fenster.

2. Alarmmelder, die in Fenstern mit viel Spielraum verbaut sind

Ein Alarmmelder soll auslösen, wenn der Abstand zwischen Fensterrahmen und Fensterfüllung sich verändert. Zum Beispiel, wenn jemand eine Brechstange zwischen Fensterrahmen und der „Fenstertür“ ansetzt und das Fenster aufhebelt. Das ist für den Melder das Zeichen dafür, dass sich das Fenster öffnet. Bei sehr alten Fenstern kann der Wind den Abstand zwischen Fensterrahmen und Fensterfüllung bis zu einen Zentimeter verändern – was wiederum zu einem Falschalarm führen kann.

 

Lösung: Um Falschalarme bei sehr alten Fenstern und Türen zu vermeiden, bringen Sie den Alarmmelder an einer stabilen Stelle der Tür an: direkt am Schloss.

3. Mikrowellen-Bewegungsmelder, die Ihren Nachbarn „sehen“

Mikrowellen-Melder können tückisch sein. Denn sie „sehen“ auch Bewegungen hinter Wänden. In einer Doppelhaushälfte könnte ein schlecht platzierter Mikrowellen-Melder Falschalarme auslösen. Denn der Nachbar hinter der Wand wäre genauso für den Bewegungsmelder sichtbar wie alles, was bei Ihnen im Raum geschieht. Manchmal kann es deswegen besser sein, wenn das Sichtfeld des Bewegungsmelders an der Wand endet – wie bei einem Infrarot-Melder.

 

Lösung: Bevor Sie einen Mikrowellen-Melder nutzen, überlegen Sie: Was passiert hinter der Wand, auf die der Bewegungsmelder zeigt? Wenn die Wand zu nah ist und dahinter Bewegung, sollten Sie keinen Mikrowellen-Bewegungsmelder nutzen.

4. Bewegungsmelder, die durch kleine Tiere / Insekten ausgelöst werden

Insekten können Bewegungsmelder auslösen, die mit einem Wärmedetektor arbeiten. Wenn ein Insekt direkt über den Melder läuft, reicht das für einen Alarm. Diese Art der Falschalarme häuft sich im Winter vor allem in Räumen, in denen sich nicht permanent Menschen aufhalten. Gerade Lagerräume, Keller oder Garagen sind davon betroffen. In Lagerhallen können auch kleine Nagetiere im Winter einen Falschalarm auslösen.

 

Lösung: Passieren Falschalarme durch kleine Tiere öfter, ist ein Dual-Bewegungsmelder oder ein Zwei-Zonen-Bewegungsmelder sinnvoll.

Deswegen geben Dual-Bewegungsmelder und Zwei-Zonen-Bewegungsmelder so wenig Falschalarme

Dual-Bewegungsmelder verfügen über zwei Sensor-Typen. Meist ist es ein Mikrowellen-Sensor und ein Infrarot-Sensor. Der Mikrowellensensor sucht nach sich bewegenden Massen. Der Infrarot-Sensor sucht nach sich bewegenden Temperaturunterschieden. Der Bewegungsmelder schaut im normalen Modus nur per Mikrowellen-Sensor. Wenn der Mikrowellen-Sensor eine Bewegung erkennt, aktiviert der Bewegungsmelder selbstständig den Wärmesensor. Der muss die Bewegung verifizieren. Erst dann löst der Melder den Alarm aus. Durch diese Und-Verknüpfung sind viele Quellen für Falschalarme ausgeschaltet: Zugluft oder kalte Luft am Fenster hat nicht genug Masse. Früher haben Wärmemelder sogar auf Faxgeräte reagiert, die nächtlich ein ankommendes Werbe-Fax ausgedruckt haben. Die Blätter waren bis zu 80 °C heiß und haben den Alarm dementsprechend ausgelöst.

Ein Zwei-Zonen-Bewegungsmelder überwacht zwei vor dem Melder liegende Zonen. Diese Zonen werden aber unabhängig voneinander überwacht. Der Melder löst nur dann aus, wenn er in beiden Zonen bewegte Masse und/oder bewegte Temperaturunterschiede (je nach Melder) gleichzeitig feststellt. So löst der Melder keinen Falschalarm bei kleinen Tieren aus.

5. Rauchmelder, die nicht regelmäßig gesäubert werden

Rauchmelder reagieren nicht nur auf Rauch, sondern grundsätzlich auf reflektierendes Licht am Sensor. Wenn sich kleine Spinnenmilben im Winter in den Rauchmelder einnisten, spinnen sie kleine Wollnester. Auch die brechen das einfallende Licht am Sensor des Rauchmelders. Das löst einen Falschalarm aus.

 

Lösung: Rauchmelder in Kellerräumen oder Garagen sollte der Eigentümer regelmäßig säubern.

6. Ein falsch eingestellter Wasserstandsmelder

Ein nasser Lappen oder eine versehentliche Berührung mit nassem Arbeitsmaterial könnte einen Wasserstandsmelder auslösen. Die Sensorik funktioniert so: Wenn zwei Außenkontakte des Wasserstandsmelders gleichzeitig nass sind, werden sie überbrückt. Bei den meisten Wasserstandsmeldern können Sie aber einstellen, nach welcher Zeit der Melder auslösen soll.

 

Lösung: Ein Wasserstandsmelder sollte erst Alarm schlagen, wenn sein Kontakt mehrere Sekunden überbrückt ist. Das gilt allerdings nur dann, wenn es bei der Alarmierung von Wasserständen nicht um Sekunden geht.

7. (Haus-)Tiere

Katzen und Hunde lösen häufig Bewegungsmelder aus. Da hilft auch kein Dual-Melder, denn unsere lieben Haustiere haben nun mal sowohl die Masse als auch die Körpertemperatur, die ausreicht, um den Alarm auszulösen. Gegen Katzen und große Hunde hilft zum einen: Bewegungsmelder nur in Zonen anbringen, die die Tiere nicht betreten. Ist dies nicht möglich oder nicht sinnvoll, gibt es noch eine Möglichkeit:

 

Lösung: Es gibt Bewegungsmelder mit Kleintierimmunität. Die funktionieren bei Tieren bis 25 Kilogramm und maximal 40 Zentimeter Schulterhöhe.

Fazit: Fragen Sie sich, was den Melder auslösen könnte, aber nicht sicherheitsrelevant ist

Wenn Sie Melder für einen Kunden planen, fragen Sie sich und den Nutzer des Objektes:

  • Welches Gebäude möchte der Eigentümer überwachen? Privathaus, Lagerhalle, Keller, Außenbereich?
  • Welche Störfaktoren, die nicht sicherheitsrelevant sind, können die Überwachung beeinträchtigen?
    • kleinere Tiere
    • sich bewegende Wärmequellen (Staubsauger- oder Rasenmäh-Roboter, selbstregulierende Heizungen)
    • größere Gegenstände, die sich durch Wind bewegen
    • Bewegung auf anderen Grundstücken (Bewegungsmelder detektieren bis zu 15 Meter weit)

Auf dieser Basis wählen Sie dann den richtigen Melder. Wenn Sie bei vielen möglichen Störfaktoren sicher sein wollen, ist ein Dual-Bewegungsmelder oder ein Zwei-Zonen-Bewegungsmelder meistens die beste Wahl.


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