Eine ELA-Anlage planen

In 3 Schritten zum besseren Klangergebnis


Automation, Smart Home, komplexe Vernetzungen von Licht und dann auch noch elektroakustische Lautsprecheranlagen. Bei allem, was mittlerweile an Technologien in Gebäuden verbaut ist, ist es völlig verständlich und nur logisch, dass nicht alle Elektroinstallateure sich in jeder Nische auskennen können. Bei MONACOR sind wir als Experten in der Lage, Elektroinstallateure und auch Planer bei allen denkbaren Projekten zu unterstützen. Deswegen haben wir hier nützliches Wissen für Beschallungsprojekte zusammengetragen.



Die 100-Volt-Technologie erleichtert den Einstieg in die ELA-Welt

Elektrotechniker, Radio- und Fernsehtechniker, Quereinsteiger oder Bühnentechniker? Das Konzept von ELA zu verstehen ist nicht schwer. Im Grunde haben Sie zwei Komponenten: spezielle 100-Volt-Lautsprecher und entsprechende Verstärker. Sie ​addieren einfach die Leistung (Watt)​ ​aller angeschlossenen Lautsprecher und schließen einen Verstärker an, der ​mindestens diese Leistung in Watt​ ​liefern kann. Sie können dünne Kabel verwenden und großflächig Lautsprecher mit der gleichen Leitung verbinden. Und das alles ohne große Leitungs- bzw. Leistungsverluste befürchten zu müssen. Die Hemmschwelle, eine neue Nische in der Elektrotechnik zu ergründen ist oft hoch, bei der ELA-Technik aber unbegründet.


Der erste Schritt: Individuelle Bedarfsanalyse mit dem Kunden oder dem späteren Nutzer der Anlage

Das erste, was Sie bei einem ELA-Projekt machen sollten: Analysieren Sie, was der Nutzer der ELA-Anlage will. Und zwar was er jetzt realisieren möchte und wie viel Ausbaupotential für eine spätere Erweiterung der Anlage nötig ist. Überlegen Sie immer gemeinsam mit dem Nutzer der Anlage: Muss die Beschallung mit dem Objekt mitwachsen können? Ist es im Sommer lauter als im Winter, etwa wenn der Biergarten vor dem Haus voll ist? Ein offenes Gespräch mit dem Nutzer der Anlage über den Betriebsalltag ist absolut notwendig. Nur der Besitzer oder Pächter des Gebäudes weiß, wie laut die Gäste, die Umgebung und andere Gegebenheiten sind.

Faustregel: Am Ohr des Hörers sollten 10 Dezibel mehr Lautstärke durch Beschallung ankommen, als die Umgebung laut ist. So hebt sich das Beschallungssignal deutlich von den Umgebungsgeräuschen ab.

Der zweite Schritt: Zonen definieren

Zonen für Beschallung sind nicht immer mit Räumen gleichzusetzen, oft aber durchaus: Speisesaal A, Speisesaal B, Veranstaltungsraum, WC-Bereich, Außenbereich A. Eine Faustformel, wie groß eine Zone in Quadratmetern maximal sein soll, gibt es nicht. Als Installateur und Planer sollten Sie methodisch durch die Räume gehen und sich einzelne Zonen aufschreiben. Das funktioniert nur gemeinsam mit dem späteren Nutzer der Räumlichkeiten. Das beste Bild verschaffen Sie sich, wenn der Raum gerade unter realen Bedingungen genutzt wird. Andernfalls lohnt es sich, genauer nachzufragen:

  • Ist die Nutzung immer gleich, ist Flexibilität gewünscht?

  • Sind Durchsagen, also Sprachübertragungen, geplant?

  • Welche Audio-Quellen sind geplant? CD, mp3, USB, SD/MMC-Cards, Internetradio, DAB+ oder FM-Radio?

Zonen unterscheiden sich grundsätzlich durch ihre Anforderungen. Gründe, warum Sie mehrere Zonen statt einer großen nutzen sollten, könnten sein:

  • die Grundlautstärke im Betrieb ohne Beschallung unterscheidet sich: Sind bestimmte Bereiche lauter als andere?

  • die Art der Beschallung: Wollen Sie Musik vorder- oder hintergründig einsetzen?

  • unterschiedliche Audiosignale in verschiedenen Bereichen oder auch gezielte Durchsagen in unterschiedliche Bereiche

  • die Akustik innerhalb einer Zone

Der dritte Schritt: Die Leistung für den Verstärker berechnen und Zubehör ermitteln

Alles was sich in einem Raum befindet, sorgt für eine Schallreduzierung und „schluckt“ Energie – inklusive Besucher. Deswegen müssen Sie von Fall zu Fall entscheiden, wie viel Leistung Sie brauchen.

Für die Leistungsermittlung des Verstärkers sind auch vorherrschende Lautstärkeverhältnisse relevant, dazu ein paar Grundlagen: Der Schalldruck eines Lautsprechers in Dezibel wird bei 1 Watt in 1 Meter Entfernung gemessen. Etwas genauer: Der Lautsprecher „bekommt“ 1 Watt vom Verstärker und in 1 Meter Abstand davon wird mit einem Schallpegelmessgerät der Schalldruck gemessen.

Das Ergebnis könnte zum Beispiel sein: Der Lautsprecher erzeugt im Abstand von 1 Meter einen Schalldruck von 90 Dezibel, wenn er 1 Watt vom Verstärker bekommt. Es soll lauter sein?

Bei einer Erhöhung um 3 Dezibel steigt die Leistungsanforderung um das Doppelte.

Das bedeutet konkret in diesem Fall: Für 93 dB benötigen Sie 2 Watt, für 96 dB 4 Watt pro Lautsprecher. Wir empfehlen, immer eine Leistungsreserve bei Verstärkern einzuplanen, falls Sie oder die Nutzer die Beschallungsanlage einmal erweitern möchten.

Übrigens: Den Schalldruck unserer Lautsprecher müssen Sie nicht mehr messen, das haben wir für Sie bereits erledigt!

Achtung: Schalldruck-Abfall bei höherem Abstand zum Lautsprecher

Jede Verdoppelung des Abstandes zum Lautsprecher vermindert die Lautstärke um 6 dB. Ein Beispiel: Bei einem Meter Abstand ist der Lautsprecher 96 dB laut. Wenn Sie jetzt mit Ihrem Ohr genau 2 Meter vom Lautsprecher entfernt sind, hören Sie noch einen Schalldruck von 90 dB. Bei 4 Metern sind es noch 84 dB. So können sie ungefähr einschätzen, wie laut es sein muss, wenn die Gäste weiter von der Soundquelle entfernt sind. Die Messung, wie nah die Gäste an bestimmten Ecken des Objektes an den Lautsprechern sind, kann eine gute Orientierung bieten, wenn Sie Lautsprecher verteilen.


Zwei klassische Beschallungs-Szenarien als Beispiele

Zwar ist jeder Bedarf individuell, einige Branchen haben aber ähnliche Rahmenbedingungen, auf die Sie sich einstellen können. Zwei typische Bereiche sind der Handel und der Bildungs- und Berufsbereich.

Eine ELA-Anlage im Handel planen

Supermarkt, Baumarkt, Boutique, Shops, Tankstellen – vor allem die Größe des einzelnen Ladens müssen Planer und Elektroinstallateure beachten. Übergreifend gibt es aber Anforderungen, die der Handel gemeinsam hat:

  • Eine angenehme, meistens eher ruhige Beschallung mit Hintergrundmusik. Dafür eignen sich besonders ​Deckenlautsprecher​. Ein Stereo-Sound wäre hier unangebracht: Die Menschen bewegen sich im Gebäude und eine Stereo-Beschallung von mehreren Seiten wäre vergebens.

  • Die Möglichkeit, jederzeit Mikrofon-Durchsagen zu machen,​ an einem oder mehreren Orten und mit leicht bedienbarer Hardware.

  • Für ​sehr große Räume mit hohen Decken​ eignen sich ​Kugellautsprecher, die den Schall nach „unten“ richten.

  • Verschiedene Beschallungszonen,​ die der Nutzer unabhängig voneinander ansteuern kann

  • Die Möglichkeit, automatisierte, zeitlich abgestimmte, immer wiederkehrende Informations- oder Werbedurchsagen zu machen.​ Das können Sie für den Nutzer komfortabel mit einem ​Message- und Timer-Einschub​ ​lösen.

Eine ELA-Anlage für den Bildungs- und Berufsbereich planen

In diesem Bereich ist Musik vollkommen zweitrangig. Wichtig ist vor allem Sprache:

  • Hohe Sprachqualität​ und einwandfrei verständliche Durchsagen. Das erreichen Sie beispielsweise mit ​Breitbandlautsprechern​.

  • Ist der Saal sehr groß, etwa ​ein Hör-, Konferenz- oder Tagungssaal?​ Dann bieten sich sogenannte ​Tonsäulen​ an, die ein sehr dynamisches und differenziertes Klangbild schaffen – und das für Sprache und Musik.

  • Brauchen Sie ​mehr Bass? Dann verwenden Sie zusätzlich einen Subwoofer​​.

Sicherlich gibt es noch einiges mehr zu beachten, wenn es um ELA-Anlagen geht. Aber vielleicht inspiriert Sie dieses Praxiswissen zu der einen oder anderen Idee, wie sie zukünftige Projekte noch besser oder noch effizienter umsetzen können.

Sie sind nicht auf Beschallungsprojekte spezialisiert, möchten aber in diesen Bereich einsteigen? Ihr Projekt ist unser Projekt! Deswegen haben wir für Sie Basiswissen zu 100-Volt-Lautsprechern​​ ​und zur P​lanung von Deckenlautsprechern​ zusammengetragen.

Bildquelle Headergrafik: svetavo – stock.adobe.com

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