Beschallungsanlagen Outdoor: Kein Strom, keine Festinstallation, gute Klangqualität?

Mit diesen Tipps nutzen Sie Outdoor-Beschallungsanlagen noch besser


Wer eine Veranstaltung im Freien beschallen möchte, braucht in der Regel eine mobile Beschallungsanlage. Ein Vorteil dieser Anlagen ist, dass sie von vornherein auf maximale Errichter- und Benutzerfreundlichkeit ausgelegt sind. Wenn Sie unsere Tipps zum Umgang mit mobilen Beschallungsanlagen im Outdoor-Einsatz beachten, klingt das Ergebnis noch ein wenig besser.



Das wichtigste Kriterium bei der Auswahl einer mobilen Beschallungsanlage für den Outdoor-Einsatz

Mobile Beschallungsanlagen sind in sich geschlossene Systeme. Sie haben also ein Gerät, das alles Wichtige enthält: Verstärker, Lautsprecher und Akku. Die Auswahl des richtigen Verstärkers entfällt bei diesen Beschallungssystemen.

Für mobile Beschallung ist der Schalldruck eines der wichtigsten Auswahlkriterien.

Und da gilt die einfache Faustregel: Je höher der Schalldruck des mobilen Systems ist, desto größer ist auch die Fläche, die Sie beschallen können. Im Tieftonbereich helfen größere Membranen dabei, größere Luftmassen zu bewegen. Dadurch erreichen Sie einen satteren und kräftigeren Sound.

Mobile Beschallungsanlagen sind leistungsstarke Allrounder: Neben einem Tiefmitteltöner verfügen sie über einen integrierten Hochtöner, sodass sie ein breites Frequenzspektrum vom Tief- bis zum Hochton abdecken. Aber diese Faustregel alleine hilft bei der Auswahl nur begrenzt.

„Wie viel Leistung braucht meine mobile Beschallungsanlage im Outdoor-Einsatz für X Personen auf Y Quadratmetern?“

Wie groß die mobile Beschallungsanlage für eine bestimmte Fläche oder Personenzahl sein muss, ist nicht pauschal zu beantworten. Outdoor-Beschallungsszenarien sind sehr verschieden. 100 Schüler auf einem Schulhof erfordern andere Beschallungslösungen als 100 Zuhörer bei einem Vortrag vor dem Rathaus – und letztlich klingt sogar jeder Schulhof unterschiedlich. Bei mobiler Beschallung gilt ausnahmsweise: Viel Leistung hilft viel. Der Allrounder in der mobilen Beschallung ist deswegen eher leistungs- und klangstark.

Nutzen Sie lieber eine mobile Beschallungsanlage mit Leistungsreserven. So erreichen Sie maximale Flexibilität und sind den unterschiedlichsten Herausforderungen gewachsen, ohne das System an seine Belastungsgrenze zu bringen.

Möchten Sie Musik abspielen oder verstärken, nutzen Sie ein größeres, koppelbares System

Modular erweiterbare, mobile Beschallungssysteme meistern beides – sowohl Sprach- als auch Musikveranstaltungen. So kann der Moderator erst seine Ansprache halten und dann die Zuhörer mit Musik beschallen. Denn dank ihrer 2-Wege-Ausführung sind diese Systeme in der Lage, alle relevanten Frequenzen zu übertragen. Die Lautsprecher haben den entsprechenden Durchmesser, um verschiedene Frequenzen in großer Lautstärke wiederzugeben. Hohe Lautstärke ist aber oft gar nicht die relevante Stärke dieser Lautsprecher, sondern ihr Zusammenspiel bei größeren Veranstaltungen:

Größere mobile Beschallungsanlagen sollten unbedingt frei miteinander koppelbar sein. So wachsen mehrere Beschallungsanlagen zu einem System zusammen.

Die Kommunikation zwischen mehreren mobilen Beschallungssystemen findet oft per Funk statt. Eine der Beschallungsanlagen ist die Haupt- oder „Masterbox“. Jede Box hat Regler für Klang und Lautstärke. Somit ist die Beschallung individuell an die örtlichen Gegebenheiten anpassbar. Um größere Bereiche zu beschallen, lassen sich mobile Beschallungssysteme oft drahtlos um zusätzliche Systeme erweitern.

 

Die Wirkung von (fehlenden) Reflexionspunkten

Machen Sie doch einmal einen Test: Nutzen Sie eine Bluetooth-Box mit gleicher Lautstärke in Ihrem Wohnzimmer und auf einer großen Wiese. Auf der Wiese verliert der Lautsprecher schnell an Kraft, wenn Sie sich nur wenige Meter entfernen. Der Schall verliert sich auf der freien Fläche. Deswegen ist immer dann Skepsis angebracht, wenn Ihnen jemand pauschale Angaben macht, „wie viel“ eine mobile Beschallungsanlage beschallen kann.


Die wichtigste Unterscheidung ist: Nur Sprache - oder Musik und Sprache?

  1. Reine Informationsveranstaltungen und alle Veranstaltungen die ausschließlich Sprachübertragung erfordern.

    a. Mobil – Soundquelle und Publikum bewegen sich: Stadt- und Museumsführungen, Prozessionen, Märkte, Gefahrensituationen mit Sicherheitskräften, Durchsagen in einem Team, Festumzüge jeder Art - das sind wirkliche mobile Beschallungssituationen, mit Systemen, die sich ständig in Bewegung befinden.

    b. Stationär – Soundquelle und Publikum sind ortsgebunden: Kundgebungen, Messen, Verkaufsveranstaltungen, Präsentationen, Infostände.
     
  2. Stationäre Veranstaltungen mit Sprache und Musik: Schul- und Betriebsfeste, Messen, Stadtfeste oder Sportveranstaltungen.

Möchten Sie nur Sprache an kleine, mobile Gruppen übertragen, reicht ein tragbares System aus. Erwarten Sie von solchen Beschallungssystemen keine Klangwunder. Diese Systeme sind sprachoptimiert und durch den geringeren Durchmesser des Lautsprechers eingeschränkt. Sie können eine solche Beschallungsanlage am Gürtel oder als Lautsprecher auf dem Rücken tragen. Besonders bei Kundgebungen und Sportveranstaltungen kommen auch Megafone zum Einsatz.


Großveranstaltungen mit Sprach und Musikübertragung

Sollten Groß-PAs für das Event nicht infrage kommen, können Sie auch bei solchen Veranstaltungen ein kleine, mobile Lösung einsetzen. In diesem Fall kommen mehrere mobile Aktivsysteme zum Einsatz – je nach Größe der zu beschallenden Fläche. Der stolperfreie Lösungsansatz ist die Funkvernetzung. Die maximale Funkreichweite von mobilen Beschallungsanlagen ist begrenzt und sollte nicht komplett ausgereizt werden, damit immer noch eine Reserve vorhanden ist. Das garantiert eine höhere Betriebssicherheit. In sehr weitläufigen Beschallungsszenarien, etwa auf Straßenfesten oder Sportplätzen, muss also die „Masterbox“ mittig zwischen den Erweiterungsboxen stehen. Für große Outdoor-Anwendungsfälle kann es nützlich sein, einen Plan vom Veranstaltungsgelände zu studieren und die mobilen Beschallungsanlagen entsprechend zu platzieren.

Achten Sie bei großen Veranstaltungen auf maximale Funkreichweite und störungsfreie Funkfrequenzen, wenn Sie eine Beschallungsanlage im Outdoor-Einsatz nutzen

Gerade bei Straßenfesten oder Outdoor-Festivals sollten Sie außerdem in Erfahrung bringen, ob noch weitere Funk-Frequenzen genutzt werden und welche das sind. Um einen störungsfreien Betrieb zu gewährleisten, müssen Sie eventuell auf Alternativfrequenzen ausweichen.

 


Die in Datenblättern angegebene maximale Funkreichweite bezieht sich immer auf den direkten Sichtkontakt (Freifeld), ohne Hindernisse dazwischen. Alles, was sich zwischen Sender und Empfänger befindet, beeinflusst die Reichweite.

Bedenken Sie: Wenn Sie zwei oder mehr Boxen per Funk verbinden und dazu zwei Funkmikrofone nutzen, belegen Sie bereits drei unterschiedliche Funk-Frequenzen, die sich nicht stören dürfen.

Achten Sie bei Ihren Veranstaltungen auf Positionierung und Ausrichtung, wenn Sie eine Beschallungsanlage im Outdoor-Einsatz nutzen

Neben der Lautstärke gibt es noch einen Grund, mehrere Lautsprechersysteme für eine größere Veranstaltung zu nutzen: die Akustik. Es ist nicht optimal, eine Menschenmenge von 100 oder mehr Personen mit nur einer Lautsprecherbox frontal zu beschallen – auch wenn sie theoretisch laut genug wäre. Besser ist es, durch Hinzunahme von weiteren Lautsprechern die Beschallung der Fläche gleichmäßig auf mehrere Systeme zu verteilen. Aus dem gleichen Grund haben fest installierte Anlagen immer mehrere Lautsprecher.

Soweit möglich, sollten die Beschallungssysteme nicht in der primären Menschenmasse, sondern ein paar Meter um sie herum stehen. Achten Sie darauf, dass keine Unfallgefahr durch die Platzierung der mobilen Beschallungsanlagen entsteht. Stellen Sie die Anlagen nicht in einen häufig genutzten Durchgang – und natürlich niemals in einen Fluchtweg.

Die Lautsprechersysteme sollten in Richtung des Publikums strahlen. Optimal ist es, wenn die Lautsprecher auf Höhe der Ohren der Zuhörer hängen oder stehen – oder leicht darüber.

Wenn Sie eine stehende Menge beschallen, sollten Sie die Lautsprechersysteme möglichst durch Stative auf Höhe der Ohren bringen. Sitzt das Publikum und Sie stehen erhöht auf einer Bühne, kann das Lautsprechersystem auch auf dem Boden der Bühne oder auf einer kleinen Kiste stehen. Tipp: Dabei sollte der Redner mit dem Mikrofon möglichst hinter der Box stehen – das verringert die Wahrscheinlichkeit für unschöne Rückkopplungen.

Sie möchten Ihre Kunden auch bei der Planung von ELA-Anlagen unterstützen? Lesen Sie hier ein paar Tipps für die Planung von ELA-Anlagen von unserem MONACOR-Projektteam.

Bildquelle Headergrafik: querbeet / iStock / Getty Images

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