Eine Alarmanlage am Haus nachrüsten? 7 Praxistipps

So erlangen Sie mehr Planungssicherheit für Alarm-Projekte an Einfamilienhäusern


Wenn der Traum vom Eigenheim einmal erfüllt ist, wollen die Bewohner sich darin sicher fühlen. Das geht am besten mit einem modernen Einbruchschutz. Ein großer Teil eines Sicherheitskonzepts ist eine gut durchdachte Alarmanlage. Die besteht immer aus einer Alarmzentrale und mehreren Sensoren im Haus. Wo sind dafür die besten Plätze und wie sind die zu finden? Wir haben die wichtigsten Tipps für Planer, Errichter, Installateure und Interessierte, die eine Alarmanlage am Haus nachrüsten wollen.

Faustregel: Eine Hausalarmanlage ist eine Funk- oder Hybrid-Alarmanlage


In einem privaten Haushalt ist es oft nicht möglich, noch Leitungen in der Wand nachzuziehen. In der Regel ist das Haus gerade fertig gebaut und der Besitzer beschließt, nachträglich eine Alarmanlage am Haus nachzurüsten. Kein Hausbesitzer möchte die Wände jetzt aufreißen, Kabel verlegen und den Maler noch einmal kommen lassen. Sichtbare Kabel in der Wohnung sind meistens nicht erwünscht. Kurz:
Wer privat in den eigenen vier Wänden Alarmtechnik nachrüsten lassen will, braucht eine drahtlose Alarmanlage. Dann brauchen Sie dort, wo die Alarmzentrale sitzt, eine Steckdose – mehr nicht. Alle anderen Komponenten, Bedienteile, Bewegungsmelder, Kontaktmelder, müssen Sie vielleicht anbohren, manchmal sogar nur kleben. Dass hier in der Regel Alarmanlagen in Frage kommen, die Funk-Kabel-Hybride sind, ist gut. Denn:

Eine Hybrid-Alarmanlage ist meistens intuitiver bedienbar und damit passend für Privathäuser.

Eine Alarmanlage irgendwo am Haus nachzurüsten bedeutet aber noch keine gute Alarm-Abdeckung. Um das Haus optimal abzusichern, braucht es ein kleines Alarm-Konzept.

 

Wenn Sie in nächster Zeit planen, ihr Eigenheim oder Ihre Wohnung sicherer zu machen, habe wir eine gute Nachricht: Die KfW bietet große Zuschüsse in diesem Bereich. Wir haben die wichtigsten Informationen hier für Sie zusammengestellt:

So erstellen Sie ein gutes Alarmanlagen-Konzept


Faustregel: Es muss alles abgesichert sein, was ohne großen Aufwand von außen erreichbar ist. Dazu zählen Balkontüren und Balkonfenster, die über ein Terrassendach oder eine Mauer erreichbar sind. Gibt es Lichtschächte in den Keller, die nicht durch ein Rost oder ein abschließbares Tor gesichert sind? Dann sollten die gesichert sein, wenn ein kleiner, gelenkiger Mensch durchpassen könnte.

 

Nur nach einer Begehung durch den Errichter oder Installateur funktioniert ein gutes Alarmanlagen-Konzept.

Diese konkreten Tipps helfen Ihnen, ein gutes Alarm-Konzept zu erstellen:


1. Begutachten Sie jeden Bereich individuell

Gehen Sie von Fenster zu Fenster, von Tür zu Tür. Entscheiden Sie ganz individuell, was Sie sichern sollten und was nicht. Einstiege müssen immer gesichert sein, die einzige Ausnahme: Der Einstiegspunkt ist von einem Täter nur unter absolut unverhältnismäßigen Aufwänden zu erreichen. Was auf jeden Fall und unter allen Umständen gesichert sein sollte: Schwer einsehbare Fenster und Einstiege. Bäume und Büsche können einem Täter ungewollten Sichtschutz bieten. Auch wenn Sie sich dabei vielleicht ein wenig doof vorkommen:

Zählen Sie von außen die Fenster, dann von
innen – so vergessen Sie keines.

 

Dazu zählen auch Balkontüren und Balkonfenster, die über ein Terrassendach oder eine Mauer erreichbar sind.


2. Gehen Sie systematisch durch das Objekt

Zum Beispiel so: Starten Sie an der Eingangstür. Dann gehen Sie einfach im Uhrzeigersinn von innen an der Außenwand des Objektes entlang. Stürzen Sie sich nicht auf interessante Ecken, lassen Sie sich nicht ablenken.

Laufen Sie an der Innenwand entlang, immer in
der gleichen Richtung.

 

Sie können sich auch ein System suchen, das für Sie intuitiver ist – Hauptsache systematisch. Zum Beispiel können Sie auch den Grundriss des Hauses zeichnen und darin alle zu schützenden Stellen markieren. So lassen Sie keine Ecke aus.


3. Sichern Sie immer alles, was sich im rückwärtigen Bereich befindet

Die überwiegende Zahl der Einbrüche findet im rückwärtigen Bereich statt, also von der Straße abgewandt.

Provokativ könnten Sie sagen: Eine Eingangstür müssen Sie nicht sichern. Die sind mehrfach versiegelt und massiv. Hinten gibt es dann das klapprige Badezimmerfenster mit der dichten Hecke davor.

 


4. Teilen Sie das Objekt in drei Bereiche ein: muss, soll, kann

Den gesamten Grundriss des Hauses können Sie in Bereiche einteilen: Bereiche, die absolute Pflicht sind, Bereiche, die ebenfalls gesichert sein sollten und dann Bereiche, die gesichert sein könnten . Für eine gute Sicherung ist nur der Könnte-Teil Verhandlungssache. Denn der steigert die Sicherheit nur noch um ein paar Prozent. Seien Sie dem Hausbewohner und/oder sich selbst gegenüber ehrlich:
 

Eine 100-prozentige Abdeckung, also ein vollkommenes Ausschließen von Sensor-Lücken, gibt es nicht.


Diesen 100 Prozent können Sie sich nur nähern – auch dicht annähern – erreichbar sind aber nur 99,9 Prozent. Faustregel: Die letzten 5 Prozent kosten 95 Prozent des Budgets.

 

Subjektives Sicherheitsgefühl vs. objektive Verschlusssicherheit

Viele Menschen schlafen besser, wenn Sie eine Alarmanlage an ihrem Eigenheim haben. Dieses Sicherheitsgefühl ist subjektiv, denn eine Hausalarmanlage verschließt das Gebäude nicht besser, sie meldet nur eine Gefahr. Trotzdem gibt uns eine Alarmmeldeanlage ein gutes Gefühl, weil unbemerktes Eindringen schwerer ist.
Noch sicherer fühlen sich Hausbesitzer, wenn wir dieses subjektive Sicherheitsgefühl mit objektiver Sicherheit anreichern. Es ist daher sinnvoll, bei einer Begehung einen Blick auf die Qualität der Fenster und Türen zu werfen. Wenn diese noch aus den 1950er-Jahren stammen, ist es eine gute Idee, behutsam auf eine mögliche Schwachstelle hinzuweisen. Wenn ein Fenster so alt ist, dass ein Eindringling ohne Probleme den Rahmen zerstören oder das Glas brechen könnte, kann er den Sensor am Fenster so umgehen.

 

5. Wenn sich Schwachstellen nicht schließen lassen, nutzen Sie andere Maßnahmen

Es gibt Fälle, in denen durch Denkmalschutz oder andere Gründe alte Fenster oder alte Türen nicht auswechselbar sind. Dann reicht ein Fensterkontakt-Sensor nicht. Setzen Sie dann einen Bewegungsmelder, einen Glasbruchsensor oder eine Lichtschranke ein. So sind auch antike Fenster von der Alarmanlage abgedeckt.

6. Finden Sie einen gut erreichbaren Ort für die Funk-Alarmzentrale

Der Klassiker ist ein zentraler Abstellraum unter der Treppe mitten im Haus. Hier ist es sinnvoll, wenn Sie sich einen Grundriss des Einfamilienhauses ansehen und schauen, wo alle Melder und Sensoren die Alarmzentrale erreichen. Achten Sie auf spezielle Baustoffe:

  • Wenn die Zwischenwände aus Beton bestehen (statt aus Ziegelsteinen), müssen Sie bedenken, dass Funkwellen es hier schwerer haben. Dann brauchen Sie mehr Empfänger und Repeater.
  • Es gibt Magnetfarben für Wände, die durch das enthaltene Metall Funkwellen abschirmen und so die Funktion eines Funkalarmsystemes beeinträchtigen.
  • Alte Fachwerkhäuser haben oft stärkende Drähte unter den Wänden. Auch hierbrauchen Sie mehr Repeater.

Machen Sie einfach einen Test: Leihen Sie sich eine Alarmanlage oder nehmen Sie ein Testgerät und einen Handsender. Dann testen Sie Schritt für Schritt, wie weit der Sender in die Wohnung oder das Haus reicht. Auch Blechschränke (etwa Serverschränke oder alte Sicherungskästen) sind keine gute Idee für die Platzierung der Alarmzentrale.

7. Überlegen Sie, welches technische Verständnis die Nutzer der Hausalarmanlage haben

Dabei geht es nicht darum, ob die Bewohner die Alarmanlage selbst montieren kann.

Ein Sicherheitskonzept muss immer mit einschließen: Kann der spätere Nutzer mit der Alarmtechnik umgehen?


Es geht dann im Privatbereich konkret um die Komplexität der Bedienung. Sind die Bewohner unerfahren im Umgang mit Technik? Wenn Sie eine Anlage konzipieren und später konfigurieren, können Sie zum Beispiel davon absehen, Tasten doppelt zu belegen. Machen Sie einen Test: Können die Bewohner in ihrem Smartphone einen neuen Kontakt selbstständig anlegen? Dann herrscht zumindest ein rudimentäres Verständnis – und keine Berührungsängste – mit technischen Geräten. Bei unerfahrenen Nutzern ist eine Lösung denkbar, bei der die Bewohner nur zwei Knöpfe für die Alarmanlage haben: „Ich bin zuhause“ und „Ich bin nicht zuhause“. Eine ausführliche Einweisung kann zum Beispiel aus einer klassischen Alltagssituationen bestehen, die Sie Schritt für Schritt mit den Nutzern der Alarmanlage durchgehen.

 

Fazit: Ein Analyse des Hauses ist Pflicht


Eine Alarmanlage am Haus nachrüsten bedeutet heutzutage gar nicht so viel Montage und Handwerk. Denn mit Funk-Alarmanlagen geht die eigentliche Montage und Installation schnell und ist für Heimwerker umsetzbar. Die meiste Arbeit, selbst bei kleinen Eigenheimen, ist das Konzept. Hier kann ein erfahrener Errichter im privaten Bereich am meisten helfen. Übrigens: Bei der Nachrüstung von Einbruchschutz stellt die KfW unbürokratisch Förderungen bereit


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